Dienstag, 6. Mai 2008

Überwachung

Als ich heute auf eine Straßenbahn wartete, las ich gelangweilt, was da so geschrieben steht. Dabei fiel mir das ins Auge:

Aus Gründen der Verkehrslenkung und -regulierung wird dieser Bereich videoüberwacht.

Mit der Begründung könnte ich theoretisch auch beim nächsten Kunden mit Kamera anrücken.

Samstag, 3. Mai 2008

Lustig

Sex ist im allgemeinen eine zwar ernstgenommene, dennoch aber eher angenehm bis fröhlich empfundene Sache. Wenn man es beruflich macht, ist das nicht immer so, aber darum geht es hier nicht. Sondern um die Frage, warum man statt des üblichen Stöhnens ein Kichern ertönen lässt und das konsequent um im Finale in einen mittleren Lachanfall zu münden. Unter Drogen schien er nicht zu stehen und irgendwie kam ich mir veralbert vor. Naja, warum nicht.

Montag, 28. April 2008

Selbstbewusstsein

Ich war bei einem Kunden, mittleres Alter, unauffällig. Nach dem üblichen Begrüßungs-Smalltalk und geschäftlichen Vereinbarungen, bat er mich, mich noch kurz mit ihm ins Wohnzimmer zu setzen.

"Sag mal, wenn Du mich so ansiehst - wirke ich irgendwie schlecht?"

Tat er eigentlich nicht.

"Und wenn wir uns jetzt irgendwo anders begegnen würden und ich spreche Dich an, hätte ich dann die Chance auf eine positive Antwort?"

Oje. Sowas ist oft die Einleitung für die clevere Idee, mehr oder weniger elegant zur Frage zu kommen, ob man nicht die Bezahlung weglassen könnte bei all der Sympathie. So antwortete ich zwar zustimmend, aber zurückhaltend.

"Dann hätte ich bei anderen Frauen auch Chancen, meinst Du?"

Warum denn nicht? Im allgemeinen scheitert es viel öfter daran, die Person gar nicht erst anzusprechen als an einer Ablehnung durch ebendiese.

"Hm. Okay. Sei mir nicht böse, aber das muss ich jetzt ausprobieren. Dein Geld bekommst Du natürlich trotzdem."

Und so hatte ich einen gut bezahlten freien Abend und er hoffentlich ein Erfolgserlebnis auf der Piste.

Freitag, 25. April 2008

Professionalität

Ich arbeite professionell. Kurz gesagt bedeutet das in meinen Augen, dass ich eine Dienstleistung erbringe, die ein gleichbleibendes Niveau hat und dafür eine entsprechende Vergütung verlange.

Meist klappt das ganz gut, doch natürlich gibt es auch immer wieder Fälle, wo das ein oder andere nicht auf Anhieb passt. Entweder es gibt den Versuch, den Preis zu drücken oder Dinge zu bekommen, die nicht vereinbart waren und die ich teilweise prinzipiell nicht mache (Verzicht auf das Kondom ist natürlich und erschreckenderweise ziemlich weit oben dabei).

Tja und dann gibt es noch den selteneres Fall, dass ich Probleme habe, die Dienstleistung ordentlich zu erbringen.

So war es gestern. Der Mann war gepflegt, freundlich, sah gut aus und wollte nur das Standardprogramm. An der Atmosphäre gab es auch nichts auszusetzen. Und dennoch: Irgend etwas in mir wollte dem Herren einfach nicht näher kommen. Der Termin dauerte eine Stunde und es waren 3600 endlos gedehnte Sekunden, während denen ich mich in jeder einzelnen neu überwinden musste.

So etwas erlebe ich sehr selten und mir fällt noch immer kein Grund ein, woher diese Aversion gegen ihn kam. Trotzdem kam ein Absagen des Termins für mich nicht in Frage und ich glaube auch nicht, dass er etwas von meinem Widerwillen bemerkt hat. Doch auf das sonst obligatorische Überreichen meines Visitenkärtchens bei der Verabschiedung habe ich diesmal verzichtet.

Montag, 21. April 2008

Noch einmal

Es war zwar schon am Samstag, aber ich habe erst heute wieder Zeit zum Bloggen.

Ich war bei einer Adresse, die ich noch nicht kannte. Dabei schwingt ja immer eine gewisse Spannung mit, wer da die Tür öffnen wird und ob die Chemie stimmt. Es öffnete eine Frau in mittleren Jahren. Mütterliche Ausstrahlung könnte man ihre Wirkung nennen. Ich dachte zumindest sofort an frisch gebackenen Apfelkuchen und gemütliches Beisammensein im Familienkreis, als ich sie sah. Sie lächelte freundlich und ein wenig unsicher und bat mich hinein. Im Wohnzimmer wartete bereits ihr Mann, der gut zu ihr passte. In dieser leicht spießigen Behaglichkeit fühle ich mich trotz aller Professionalität immer etwas deplaziert und gehemmt. Egal, ich nahm im Sessel Platz und überlegte schon ein wenig, auf welche Praktiken die beiden wohl stehen mochten.

"Wissen Sie, das ist jetzt ein wenig ungewohnt für uns", fing er an. "Wie ich es sagen soll, weiß ich nicht recht und ich verstehe gut, wenn Sie ablehnen und wieder gehen möchten."

Naja, meist sind die "ausgefallenen" Wünsche genau das, was ich als Standardrepertoire bezeichnen würde und alles andere als problematisch. So lächelte ich ein wenig und ermunterte ihn, einfach zu sagen, was er möchte ohne sich Gedanken um mein moralisches Empfinden zu machen.

"Tja, also, es ist mein Vater. Er wird den Mai wohl nicht mehr erleben und wir versuchen, ihm die letzten Tage so angenehm wie möglich zu machen."

An dieser Stelle muss ich etwas zweifelnd geschaut haben. Der Mann liegt im Sterben und soll noch diese Energie aufbringen? Zweifellos eine sehr gutgemeinte Sache, aber in der Praxis wohl mehr als untauglich.

Er hatte den Gedankengang wohl erraten und beeilte sich, zu sagen, dass er nicht an Sex dachte. Ich solle mich dem alten Mann nur ein wenig zeigen und eine Weile in seinem Zimmer bleiben.

Ich habe zwar etwas Scheu vor so alten Menschen, insbesondere in dieser Situation. Es ist wie im Krankenhaus, die Atmosphäre ist nicht die angenehmste und der Geruch nach Medikamenten und Krankheit ist auch nicht so verlockend. Andererseits habe ich mein Geld auch schon schwerer verdient.

So besuchte ich den Mann also in seinem Zimmer, zog mich aus und ließ seine Blicke eine halbe Stunde lang über meinen Körper gleiten. Als ich mich wieder anzog und zum Gehen wandte, winkte er mich zu sich und gab mir einen schwachen Kuss auf die Wange.

Von seinem Sohn und dessen Frau verabschiedete ich mich dann recht schnell, denn mir war plötzlich nach Weinen zumute. Ich bin hoffentlich nie in der Situation, in einem Pflegebett auf mein Ende warten zu müssen, aber wenn, dann habe ich hoffentlich solche Leute um mich, wie dieser Mann.

Dienstag, 15. April 2008

Zwillinge

Zwei Dinge sind ja sehr gefragt in meiner Branche: Zum einen die Illusion. Es gibt zwar die Realisten, denen bewusst ist, dass sie letztlich nur eine Dienstleistung erwerben, die jeder andere auch bekommen kann, wenn er liquide und einigermaßen gepflegt ist. Trotzdem glaubt die Mehrheit nur zu gern, dass auch Gefühle im Spiel sind. Ohne allzu desillussionieren zu wollen: Mehr als Sympathie und Freundlichkeit ist das nicht.

Und was noch gefragt ist, sind Zwillinge. Wahrscheinlich eine der beliebtesten Phantasien bei den Herren - einmal einen Dreier mit zwei hübschen Zwillingen. Das gibt es eher selten, denn Zwillinge kommen ja nicht so häufig vor, sind nicht immer hübsch, eineiig, weiblich und wenn doch, dann will vielleicht nur eine von ihnen auf diese Weise tätig werden oder meistens eher gar keine.

Umso beliebter sind die Dienste von Lara und Katia, die ich vor etwa einem Jahr kennenlernte, als wir gemeinsam für den Abend nach einer Geschäftsveranstaltung gebucht wurden. Die beiden sind wirklich das, was man sich unter Zwillingen vorstellt: Sie gleichen einander wie ein Ei dem anderen, bewegen sich ähnlich und ihr Service lässt auch keine Wünsche offen.

Was sie verschweigen und was ich erst nicht glauben konnte, ist, dass Lara 1987 in Estland geboren wurde und Katia 1985 in Griechenland. Sie sind weder verwandt noch verschwägert. Da wären wir dann wieder bei der Illusion.

Donnerstag, 10. April 2008

Gemüse

Meine Mitbewohnerin sitzt in einem Supermarkt an der Kasse. Der Job ist nicht ganz so gut bezahlt wie meiner, aber hat auch ein paar kleinere Vorteile. Zum Beispiel, dass die Mitarbeiter Obst und Gemüse abends zu einem eher symbolischen Preis erwerben dürfen.

Nun ist eine ihrer vielen Eigenschaften die, dass sie Gemüse nicht nur liebt, sondern es quasi als Allheilmittel betrachtet.

Und so bekocht sie mich seit Tagen konsequent täglich mit Gemüseeintöpfen. Das kann sie ziemlich gut, aber...

...so ein Stückchen totes Fleisch wäre doch auch mal wieder schön.

Also mache ich morgen erstmals wieder einen Hausbesuch bei lebendigem männlichem Fleisch und hinterher geht es in ein Steakhouse.

Als ich ihr dies verkündete, grinste sie mich an und sagte: "Mission geglückt. Wo treffen wir uns?"

Pah.

Dienstag, 8. April 2008

Streetgirl bleibt Streetgirl

...auch wenn ich nicht mehr auf die Straße gehe.

:-)

Neues vom Streetgirl

Der Alltag eines Freudenmädchens

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Zuletzt aktualisiert: 9. Mai, 10:36

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