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Donnerstag, 21. Januar 2010

Was anderes

Im Normalfall wird am Telefon abgesprochen, was gemacht werden soll und das ist dann auch mehr oder weniger verbindlich. So legte sich meine gepflegte Stirn auch etwas in Falten, als ich die Wohnung des Kunden betrat und er mir eröffnete, das Programm hätte sich geändert und ich solle mal ins Wohnzimmer kommen. Aber okay, ich war einmal da und so unflexibel bin ich ja auch nicht.

Im Wohnzimmer saß bereits eine junge Frau, doch es kam ein wenig anders, als ich spontan vermutet hatte.

Die beiden hatten sich nämlich einige Tage zuvor dramatisch für immer getrennt und als der Leidensdruck im Unterleib zu groß wurde, wählte der einsame Mann meine Nummer und das Ergebnis ist bekannt.

Nach dem Gespräch jedoch klingelte es an seiner Tür und aus der Verwunderung, wie ich so schnell schon da sein konnte, wurde Überraschung, denn da stand die Freundin wieder und wollte die Beziehung wieder reaktivieren. Er wollte das auch recht gern, doch da war ja noch ich.

In vielen Fällen hätte dies dazu geführt, dass die Freundin wieder gehen und ich doch benötigt würde, doch hier einigte man sich darauf, dass es doch nicht schlecht wäre, den Versöhnungsakt vor einer unabhängigen Zeugin durchzuführen.

So saß ich dann bei voller Bezahlung mehr oder weniger interessiert auf einem Sessel neben dem Bett und kann bezeugen, dass die Versöhnung geklappt hat.

Dienstag, 12. Januar 2010

Neues Jahr und alles gut

Ich hoffe, Ihr seid alle gut ins neue Jahr gekommen und das bleibt auch so!

Eigentlich schreibt man ja seine Rückmeldung vor dem ersten Artikel des Jahres, aber der Herr mit der Abzocke kam mir dazwischen (super, wenn das Jahr mit solchen Leuten beginnt) und wenn ich schon mal was zum bloggen habe, tue ich das auch :-)

Die Stammleser wissen es, Weihnachten und Silvester arbeite ich nie, sondern verzichte auf die Einnahmen zugunsten der Familie. Zu dieser Zeit brauche ich einfach Kitsch und Weihnachtsbaum und das alles. Dieses Mal war es eine traurige Premiere, denn es war das erste Fest ohne den Vater und da hat man nochmal so richtig gespürt, welche Lücke sich da auftut. Sonst haben wir Abschied genommen und sind darüber hinweg, doch an solchen Tagen, bei denen so viele Rituale plötzlich anders ablaufen, ist es doch schwer. Aber auf der anderen Seite war es auch schön, denn wir haben die besinnlichen Augenblicke genutzt, um an gemeinsame, schöne Erinnerungen zu denken und so war er irgendwie doch bei uns.

Silvester war natürlich nicht besinnlich, sondern wurde für hemmungslos Partymachen zusammen mit sehr alten (also langjährigen) Freundinnen genutzt.

Tja, und jetzt bin ich wieder hier, meine Mitbewohnerin lebt auch noch und der Alltag hat wieder begonnen. Und nach den Feiertagen finde ich das auch ganz angenehm so. Und ich freue mich auf eure Kommentare, Fragen, Mails und sogar auf die Trolle, die mir so kreativ begründen, warum es mich nicht gibt.

Das Jahr wird schön, davon gehe ich einfach mal aus.

Sonntag, 10. Januar 2010

Abzocke

"Hey, da hast du dich aber verrechnet, Mädel!"
- "Nö, das ist das, was vereinbart war."
(schnell nochmal gedanklich nachgerechnet, man traut sich selbst ja irgendwie doch am wenigsten, hat aber gestimmt)
"Neenee, das kannst du mir schon glauben. Ich hab mit deiner Chefin einen Nachlass ausgehandelt, weil ich dich zum ersten Mal nehme."
- "Mit meiner Chefin?"
"Ja genau, vorhin am Telefon. Jetzt zieh mal den Rabatt ab, dann können wir gleich loslegen."
- "Sorry, aber am Telefon war ich und sonst niemand. Und einen Nachlass habe ich garantiert nicht genannt."
"Jaja, komm, lass den Scheiss jetzt. Ich habs echt satt, laufend von euch Weibern abgezockt zu werden. Du nimmst jetzt das hier und keinen Cent mehr, sonst kannst du nachher deiner Chefin erklären, warum ich dich wieder zurückgeschickt habe."

Ich habe mich für die zweite Variante entschieden und mir alles genau erklärt. Und ich war voll einverstanden mit meiner Entscheidung. Bin halt doch die beste Chefin von allen.

Nachtrag, da es anscheinend nicht klar rüberkam: Ich arbeite bis auf minimale Ausnahmen ausschließlich mit Vorkasse; dieser Herr musste sich deshalb jemand anderes bestellen oder aber kostenfrei selbst Hand anlegen - mit mir ist nichts gelaufen.

Samstag, 12. Dezember 2009

Fragen und so

Auch wenn es in den letzten Monaten zu kurz kam, wollte ich dieses Blog immer auch nutzen, um Fragen zu beantworten und "meine Branche" etwas transparenter zu machen. Einioges habe ich öffentlich beantwortet, vieles per Mail, doch so richtig zufrieden war ich mit der Umsetzung nie - deshalb versuche ich es jetzt mal mit Formspring. Die Layout-Möglichkeiten sind begrenzt, aber immerhin habe ich es geschafft, eine Fragebox links zu integrieren und wer nicht mailen kann oder will oder nicht das Risiko eingehen will, dass ich seine Frage in den Kommentaren übersehe, der darf diese Möglichkeit gern nutzen und die Antworten dann unter http://www.formspring.me/Streetgirl lesen. Wie es sich in der Praxis bewährt, wird man sehen - ich bin gespannt.

Mittwoch, 25. November 2009

Tipp

Wenn Du dir ein Mädchen bestellst, dann ist es super, wenn Du dich vorher wäschst und pflegst - dieser gute Eindruck wird aber rasend schnell zunichte gemacht, wenn Du vergisst, dir auch die Zähne zu putzen. Mundgeruch und gelbe Zähne können die Atmosphäre ganz erheblich belasten.

Nur mal so eine Anmerkung.

Donnerstag, 12. November 2009

Kundendienst

Manchmal bin ich ja auch Kundin statt Dienstleisterin und dabei geht dann auch mal etwas schief. Wie bei diesem Onlineshop, wo man mir einen falschen Artikel geschickt hat. Alles kein Problem, wird umgetauscht und Fehler können passieren. Der Kundendienst schickte mir dann auch noch eine mail, nur der letzte Satz machte mich irgendwie stutzig:

Bitte bedauern Sie unser Versehen.

Ähm. Okay, mach ich.

Donnerstag, 5. November 2009

Vergangenes

Der Kunde war sehr sympathisch. Wo hat man das noch, ein älterer Herr, der wirkliche Manieren hat und bei dem man als Frau gar nicht anders kann, als sich willkommen und geschätzt zu fühlen? Viele verwechseln so etwas ja mit Getue, welches galant sein soll, aber meist aufgesetzt ist und fast lächerlich wirkt. Es sind statt dessen Kleinigkeiten, die demjenigen überhaupt nicht bewusst sind. Mit anderen Worten, ich fühlte mich wohl und trotz seines Alters war er auch ohne Viagra in der Lage alles Wesentliche durchzuführen.

Ebenso gepflegt wie seine Manieren war auch sein Körper, der bis auf eine alte Tätowierung und abgesehen von altersbedingten Erscheinungen gut in Schuss war.

So waren wir also fröhlich bei der Sache und wie um das zu bestätigen, summte er eine leise Melodie rhytmisch dazu. Sie kam mir vage vertraut vor und nichts hasse ich mehr, als ewig zu grübeln und dieses Wissen hauchdünn vor mir zu haben, aber nicht packen zu können.

Doch dann kam die Erkenntnis endlich und die Sympathiewerte des Herren rutschten deutlich ab. Die Melodie war das Horst-Wessel-Lied und die Tätowierung konnte ich nun auch einordnen, denn altdeutsche Schriftzeichen einige Zentimeter über dem linken Ellbogen sind wohl die berüchtigte Blutgruppentätowierung, an der man die Mitglieder der SS erkennen konnte.

Nun ja. Es war sicher nicht der erste Altnazi, den ich bediente und nur zu gern will ich glauben, dass er heute eine andere Gesinnung hat und diese Melodie nur aus Gewohnheit summte. Aber wer weiß schon, wie es in seinem Gegenüber aussieht?

Samstag, 26. September 2009

Zu ruhig

Ich will mal die Stille hier unterbrechen. Mein Urlaub ist längst wieder dem Alltag gewichen - die große Reise habe ich nicht gemacht, aber dafür relaxt, Freunde besucht und auch alte Plätze, die ich länger nicht mehr gesehen habe. Insgesamt habe ich diese Auszeit wirklich gebraucht und bin wieder fitter und nervlich belastbarer.

Eigentlich wollte ich ja schon eher was posten und dachte, na, irgendein skurriler Kunde wird dich schon zu sich bestellen oder so. Aber nichts - nur ganz gewöhnliche Termine, weder in positiver noch in negativer Hinsicht hinausragend und es waren auch nur alltägliche Leistungen gefragt. Tja und dann hatte ich doch ein ziemlich bloggenswertes, weil abstruses Erlebnis - aber leider ist die Person prominent und da geht die Diskretion absolut vor.

Deshalb dieser kleine, nichtssagende Eintrag hier. Sobald ich wieder etwas zu berichten habe, werde ich es umgehend tun.

Neues vom Streetgirl

Der Alltag eines Freudenmädchens

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