schlimm ist es halt immer nur, wenn dann den tätern viel aufmerksamkeit und hilfe zukommt und die opfer alleine gelassen werden. und so sieht es leider sehr häufig aus. die täter werden therapiert, bekommen zum teil sogar noch mitgefühl für ihre "schlimme krankheit". und was ist mit den opfern??
Katharina (anonym) - 24. Sep, 14:11
Sorry, aber dieses "der Täter bekommt Aufmerksamkeit, das Opfer nicht" ist so einfach nicht richtig.
Dass es vor Gericht hauptsächlich um den Täter geht, ist nur normal, schließlich soll dort auch über ihn und seine Schuld geurteilt werden. Das heißt nicht, dass das Opfer und sein Leid vergessen wird, im Gegenteil. Ich kenne Richter, die sich nach einigen Jahren in eine andere Kammer haben versetzen lassen, weil sie damit nicht mehr klar kamen.
Und dass die Medien solche Verbrechen oft für ihre Zwecke nutzen und bis zum Letzten ausschlachten, finde ich auch widerlich. Aber offenbar gibt es genügend Leute, die das genauso lesen wollen, sonst gäbe es diese Berichterstattung so nicht.
Dass der Täter angeblich Hilfe bekommt, ist auch so eine Mär. In der Regel werden Sexualstraftäter für den Zeitraum ihrer Strafe weggesperrt, sonst gar nichts. Da man aber nicht jeden lebenslänglich einsperren kann, kommen sie irgendwann wieder frei - ohne Therapie, im Zweifel noch gewaltbereiter als vorher.
Diejenigen, die therapierbar sind, sollten also Hilfe bekommen - vorrangig im Interesse der Gesellschaft (=potentielle Opfer!). Und um diejenigen, die eben nicht therapierbar sind, überhaupt zu erkennen, muss man sich im Knast mit ihnen auseinandersetzen. Wenn sich dann herausstellt, dass jemand nicht therapiefähig oder -bereit ist, läge evtl. auch ein Grund für die Anordnung einer nachträglichen Sicherungsverwahrung vor und der Täter käme eben nicht nach Ablauf seiner Freiheitsstrafe frei.
Dafür braucht man aber fähige Leute im Knast, die sich mit sowas beschäftigen. Und nicht den Therapeuten, der seinen eigenen Patienten für ungefährlich erklärt, um sich so zugleich den Erfolg seiner eigenen Arbeit zu attestieren.
Mit anderen Worten: das kostet Geld. Geld, das langfristig gut investiert wäre. Damit kann man aber im Wahlkampf nicht punkten. Wer will sich schon von der Blöd-Zeitung nachsagen lassen, man hätte ein Herz für Sexualstraftäter... Nee, die Forderung nach höheren Strafen klingt da doch gleich viel eingängiger.
Ich könnte noch einiges schreiben, aber das sprengt den Rahmen hier. Aber vielleicht ist klar geworden, dass manches eben doch nicht so einfach ist, wie einem machnmal vorgemacht werden soll.
x (anonym) - 24. Sep, 16:28
@ Katharina: Danke, danke ;-) Endlich mal ein vernünftiger Beitrag! Ich kann fast jedes Wort unterschreiben. Bist du auch bei der Justiz beschäftigt?
Eine Frage (2)
Hallo,
ich habe mich in der Diskussion absichtlich...
melanie_83 - 13. Okt, 01:23
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Schlimm
Dass es vor Gericht hauptsächlich um den Täter geht, ist nur normal, schließlich soll dort auch über ihn und seine Schuld geurteilt werden. Das heißt nicht, dass das Opfer und sein Leid vergessen wird, im Gegenteil. Ich kenne Richter, die sich nach einigen Jahren in eine andere Kammer haben versetzen lassen, weil sie damit nicht mehr klar kamen.
Und dass die Medien solche Verbrechen oft für ihre Zwecke nutzen und bis zum Letzten ausschlachten, finde ich auch widerlich. Aber offenbar gibt es genügend Leute, die das genauso lesen wollen, sonst gäbe es diese Berichterstattung so nicht.
Dass der Täter angeblich Hilfe bekommt, ist auch so eine Mär. In der Regel werden Sexualstraftäter für den Zeitraum ihrer Strafe weggesperrt, sonst gar nichts. Da man aber nicht jeden lebenslänglich einsperren kann, kommen sie irgendwann wieder frei - ohne Therapie, im Zweifel noch gewaltbereiter als vorher.
Diejenigen, die therapierbar sind, sollten also Hilfe bekommen - vorrangig im Interesse der Gesellschaft (=potentielle Opfer!). Und um diejenigen, die eben nicht therapierbar sind, überhaupt zu erkennen, muss man sich im Knast mit ihnen auseinandersetzen. Wenn sich dann herausstellt, dass jemand nicht therapiefähig oder -bereit ist, läge evtl. auch ein Grund für die Anordnung einer nachträglichen Sicherungsverwahrung vor und der Täter käme eben nicht nach Ablauf seiner Freiheitsstrafe frei.
Dafür braucht man aber fähige Leute im Knast, die sich mit sowas beschäftigen. Und nicht den Therapeuten, der seinen eigenen Patienten für ungefährlich erklärt, um sich so zugleich den Erfolg seiner eigenen Arbeit zu attestieren.
Mit anderen Worten: das kostet Geld. Geld, das langfristig gut investiert wäre. Damit kann man aber im Wahlkampf nicht punkten. Wer will sich schon von der Blöd-Zeitung nachsagen lassen, man hätte ein Herz für Sexualstraftäter... Nee, die Forderung nach höheren Strafen klingt da doch gleich viel eingängiger.
Ich könnte noch einiges schreiben, aber das sprengt den Rahmen hier. Aber vielleicht ist klar geworden, dass manches eben doch nicht so einfach ist, wie einem machnmal vorgemacht werden soll.