Mittwoch, 18. September 2013

Update

Tja, nach meinem letzten Beitrag war ich doch etwas überrascht, wie viele das Blog nach wie vor besuchen oder den Feed abonniert haben. Hätte ich ganz ehrlich nicht gedacht. Auch die vorwiegend positive Resonanz hat gut getan.

Was ich ganz klar noch sagen will: Natürlich finde ich Prostitution nicht plötzlich schlecht oder schäme mich dafür. Nein, das ist falsch, wenn das so ankam. Weshalb ich mit der heutigen Situation weniger gut klar komme als früher, ist die Tatsache, dass ich diesen Lebensabschnitt beendet hatte und etwas Neues begonnen habe. Mit diesem Neuen bin ich gescheitert, egal inwiefern ich daran Schuld trage. Deshalb ist die Rückkehr in den alten Lebensabschnitt für mich eine Niederlage. Nicht, weil ich anschaffen gehe.

Vielen Dank auch an die Leute, die mir Hilfe bezüglich der Bank angeboten haben. In der Sache ist bereits ein Anwalt tätig, bei dem ich auch ein gutes Gefühl habe. Was er erreichen kann, ist aber ungewiss und auch wann das mal soweit ist. Es läuft jedenfalls.

Nach meiner Rückkehr auf den Straßenstrich habe ich einige Veränderungen dort festgestellt. Es ist allgemein kühler geworden, die Konkurrenz ist härter und viele alte Bekannte sind verschwunden. Der Zusammenhalt, den es früher gab, ist auch nicht mehr gegeben und damit auch die Unsicherheit gestiegen. Gleichzeitig werde ich auch nicht jünger. Ich muss deshalb länger arbeiten und habe am Ende viel weniger als das früher war. Und ich muss Kompromisse eingehen.

Natürlich ist aber früher nicht alles weiß gewesen und jetzt schwarz. Grauschattierungen gab und gibt es. Nur überwiegt das Dunkle heute etwas.

Was sich nicht geändert hat ist meine Einstellung, dass anschaffen kein Job fürs Leben sein kann. Im Moment ist es relativ alternativlos für mich, aber ich hoffe, dass ich in einem Jahr sagen kann, das Kapitel ist jetzt wirklich geschlossen.

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http://streetgirl.twoday.net/stories/update/modTrackback

Kinch (Gast) - 18. Sep, 22:37

Immerhin

Hinfallen gehört schließlich auch zum Leben. Aufstehen, Staubabschütteln und weiter gehen.

Ich bin froh, dass du immerhin eine Perspektive für die Zukunft hast und drücke dir die Daumen, dass der nächste Anlauf besser klappt.

"Gleichzeitig werde ich auch nicht jünger. Ich muss deshalb länger arbeiten und habe am Ende viel weniger als das früher war."

Machen zwei Jahre tatsächlich so einen großen Unterschied? Das hätte ich ehrlich nicht gedacht :/ Vielleicht bessert sich das ja noch.

Mico75 - 19. Sep, 00:30

schließe mich meinem vorredner an, rückschläge gehören halt dazu. du machst, bezogen auf deinen "job", einen recht rationalen eindruck, das finde ich gut.
ich drücke dir die daumen und hoffe, dass die kompromisse, welcher art sie auch sein mögen, nicht zu sehr zu deinen lasten gehen.
wäre schön, weiterhin von dir zu lesen.

la-mamma - 19. Sep, 12:50

Ich wünsch dir, dass du zumindest ganz bald von der Straße wegkommst! Und sobald es dir möglich ist, eine echte Alternative findest! Alles Liebe!

la-mamma - 19. Sep, 12:55

Mir ist noch was eingefallen: Freundinnen von mir machen Walk-Ins auf Kreuzfahrtschiffen. Keine Ahnung, wie leicht man da reinkommt, aber es ist definitiv nicht Prostitution, sondern die müssen vorher ein Konzept vorlegen und dann tãglich 3 Stunden lang die Gäste aufmischen. Und zwar selber als Gâste verkleidet - ich kenn ja nur dein Blog, aber ich glaub echt, dass du mit deinem Humor da super wãrSt!

André (Gast) - 19. Sep, 17:14

@la-mamma: blöde frage: was ist denn so ein walk-in? was passiert da?
la-mamma - 20. Sep, 10:10

Im Prinzip so wie schon oben beschrieben: die tun so als ob sie selber Gäste wären, und müssen sich dann mit den Leuten unterhalten, bzw. dabei die anderen eben auch witzig unterhalten, ev. auch zum Mitmachen bei irgendwelchen sonstigen Aktivitäten animieren und sich ihrer eigenen Rolle (die sie eben vorher definiert haben) entsprechend "aufführen".
eva (Gast) - 22. Sep, 17:28

->la mamma, wenn sie mit dem gehalt einer verkäuferin zufrieden wäre, würde sie nicht auf die straße gehen.
Heidrun (Gast) - 22. Sep, 16:31

Bin gerade auf deinen Blog gestoßen und hab ihn großteils von A-Z durchgelesen.

"Nach meiner Rückkehr auf den Straßenstrich habe ich einige Veränderungen dort festgestellt. Es ist allgemein kühler geworden, die Konkurrenz ist härter und viele alte Bekannte sind verschwunden. Der Zusammenhalt, den es früher gab, ist auch nicht mehr gegeben und damit auch die Unsicherheit gestiegen."

Hat sich wirklich der Straßenstrich geändert oder bist du einfach weniger dort integriert und empfindest es deshalb als kälter?
Warum arbeitest du auf dieser Strecke und gehst nicht in ein Bordell arbeiten. Oder schaltest Anzeigen wie früher. Wenn man deinen Blog liest, scheint deine Stärke auch im Kommunikativen zu liegen. Das kannst du an der Straße kaum ausspielen? Das gehts nur ums Aussehen und wir werdenhalt alle nicht jünger....

Kannst du nicht alte Stammfreier reaktivieren? Oder schämst du dich zurückzukommen?

Gleichzeitig werde ich auch nicht jünger. Ich muss deshalb länger arbeiten und habe am Ende viel weniger als das früher war. Und ich muss Kompromisse eingehen.

Gesine (Gast) - 24. Sep, 19:24

Einmal Immer

Stimmt bei Ihnen?

Einmal H... , immer H... .

Björn (Gast) - 24. Sep, 22:24

Wie wäre es mit einem Buch?

Hallo Melanie,

Du hast ja offensichtlich grundsätzlich Talent zum Schreiben und bist keine Rechtschreibniete wie manch anderer Blogger. Wie wäre es, wenn Du Deine gesammelten Blogeinträge nimmst, sie ausbaust und weitere Kapitel hinzufügst und alles dann einem Verlag anbietest? Beispiel: http://www.amazon.de/Abenteuer-Hure-Prostitution-heimliches-Selbstbestimmung/dp/3896029118/ref=pd_sim_b_4 Dieser Verlag (Schwarzkopf & Schwarzkopf ) ist zwar kein großer Verlag, aber in diesem Bereich gut und seriös aufgestellt. Auch wenn vielleicht nichts daraus wird, wäre es einen Versuch wert.

Tom (Gast) - 27. Sep, 12:44

Das Leben hält immer Rückschläge bereit. Die Kunst ist, sich davon nicht umwerfen zu lassen, was du ja wirklich gut machst. Ich wünsche dir sehr, dass das nächste Jahr für dich mit einem guten Studienabschluss enden wird und hoffe, dass dann auf twoday bald ein anderes kluges, witziges, gut geschriebenes Blog über die Absurditäten des Büro-Lebens auftaucht!

Und ich hoffe auch, dass die Kompromisse, die du erwähnt hast, sich nicht auf die Kondompflicht beziehen - da sollte man, finde ich, keinesfalls ein Risiko eingehen!

Dunkelangst (Gast) - 15. Okt, 11:15

Die meisten Mädels Arbeiten nur aus der Not heraus

Hi Melanie!

Meine Erfahrung ist die, dass die meisten Mädels sich (meist) nur aus der Not heraus prostituieren. Ich schreibe hier meist, weil es sicher auch Ausnahmen gibt. Vielleicht war dein früheres Leben eine solche Ausnahme, doch inzwischen schreibst du, dass die dunkle Seite überwiegen würde. Ich habe deinen Blog vor einigen Jahren aufmerksam gelesen und dennoch nie kommentiert - einfach weil ich nicht mitreden konnte.

Ich bin nämlich einer der Männer, die sich nicht vorstellen können, die Dienste eines Freudenmädchens zu beanspruchen. Das liegt an meinem Ego: wenn ich Intimitäten in meinem Leben möchte, konnte ich mich bisher dem weiblichen Gesclecht mitteilen und manchmal hatte sie auch wirklich Lust. Es ist ein sehr schönes Gefühl so etwas miteinander zu erleben. Ich gab schnell gemerkt, dass das nachdem ich suche schlicht unbezahlbar ist. Da sind nämlich echte und tiefe Gefühle dabei...

In Südkorea habe ich mehr durch Zufall eine Nordkoreanisvhe Prostituierte kennengelernt. Sie hat mir beschrieben, was ihr in Nordkorea angetönt worden ist, wie sie geflüchtet ist und dass sie in Südkorea keinerlei Unterstützung bekommt. Sie musste sich prostituieren um wenigstens etwas zu Essen zu haben. Ich habe über dieses Erlebnis selbst gebloggt, der Beitrag wird dich ganz ganz sicher interessieren! Siehe: Nordkorea

Ich kann diese Frau bis heute nicht vergessen und das ist schon ein Jähr her. Sie war eigentlich Tod; ihre Gefühle waren gespielt - bis zu dem Moment als ich ihr versprach nicht mit ihr zu schlafen. Dann verwandelte sie sich von einer Sexsklavin zum Menschen! Innerhalb von Sekunden. Zumindest sie war so arm, dass sie mit Männern schläfst um etwas zu Essen zu bekommen. Wie kann ich als Mann die Armut einer Frau ausnutzen um sie sexuell zu unterdrücken und zu erniedrigen?

Nein, das sind nicht die Intimitäten, die mir Spaß machen.

Deine Meinung zu meinem Beitrag würde mich interessieren...

Viele Grüße

frog (Gast) - 20. Okt, 16:16

Meine ehrliche Meinung zu den aktuellen Entwicklungen in deinem Leben: du sitzt ganz schön in der Kacke.

In deinen Berichten schien immer alles irgendwie anders zu sein als wie in den üblichen Prostituierten-Klischees. Du hast den Job freiwillig gemacht, eine entsprechend positive Grundstimmung versprüht, du hattest eine fixe Exit-Strategie und Pläne für die Zeit danach... kurz, man hatte das Gefühl, du hattest dein Leben im Griff. Die Basis dafür war dein Glaube finanziell abgesichert zu sein und daher zur gegebenen Zeit aussteigen zu können.

Aber dieser Glaube hat sich nun als Irrglaube herausgestellt. Möglicherweise bist du jetzt erstmals in der Situation, dass du dich durch die Umstände zu diesem Job gezwungen fühlst. Ich fürchte, jetzt könnte es so richtig hart für dich werden.

Frank (Gast) - 15. Nov, 15:31

Ich muss sagen, ich finde es ziemlich armselig, wie hier manche Leute direkt wieder meinen, den moralinsauren Zeigefinger auspacken zu dürfen! Melanie hat einen unfairen Rückschlag hinnehmen müssen, aber ich bin überzeugt, jemand wie sie zieht sich auch am eigenen Schopf wieder heraus. Dies jetzt zum Anlass zu nehmen, überalterte Vorurteile gegen Prostitution aus dem Keller hervorzukramen, ist völlig unangebracht.

Kommentierer (Gast) - 22. Dez, 13:55

Kopf hoch

Dass ein Plan nicht funktioniert, gehört zum Leben und ist nichts Schlimmes - nimm den Kopf hoch und mach weiter.
Alles Gute.

AnoDazumal (Gast) - 4. Jan, 21:45

Hinfallen, Aufstehen, Krönchen richten, weitermachen.
Du schaffst das! =)

By the way war ich verwundert, dass der Block wieder "lebt", was sehr schade ist - heißt es doch, dass auch dein bisheriges Leben wieder aufkeimen muss (?).
Aber du kannst das schaffen. Die Möglichkeiten des Lebens sind unendlich - und wer weiß, wie es ist, auf die Fresse zu fliegen, wird mir recht geben. Das ist nicht das Ende.

generic_cialis (Gast) - 4. Nov, 08:55

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