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Allgemeines

Mittwoch, 26. August 2009

Manchmal

Ich bin ein Profi. Egal wie es mir geht, der Kunde bezahlt, ist König und hat Anspruch auf die Dienstleistung, die ich ihm angeboten habe. Ob ich da jetzt Kopfschmerzen habe oder am Morgen einen Streit mit der Verkäuferin beim Bäcker hatte, ist egal. Meinem Lächeln sieht man schwer an, wenn es gefakt ist und mangelnde Einsatzfreude muss auch niemand beklagen.

Ein-, zweimal im Jahr aber ist das anders. Da bin ich ein ängstliches kleines Mädchen, sensibel und verletzlich. Schon ein böser Blick kann mich dazu bringen, mich zu verkriechen und mit der Welt nichts mehr zu tun haben zu wollen. An solchen Tagen jemand im wahrsten Sinne des Wortes in mich lassen? Undenkbar. Schon der Gedanke bedeutet Abscheu. Ganz gleich, ob es ein mäßig gepflegter Gelegenheitsfreier ist oder Prinz Charming, der meiner Mitbewohnerin trotz abgehackter Ferse nicht abnimmt, dass der gläserne Schuh der ihrige sei. Schließlich sind nur meine Füße so anmutig und graziös (andererseits sollte ein Mann mehr als einen Fuß-Fetischismus zu bieten haben, damit es etwas werden soll mit uns).

Jedenfalls nehme ich mir an diesen Tagen die Freiheit, nur mir ganz allein zu gehören. Auch dadurch habe ich dann später im Alltag die Kraft, unangenehme Situationen lächelnd zu meistern. Weil ich immer weiß, am nächsten Tag kann ich das Handy abstellen und nur für mich da sein. Die meisten in meinem Beruf können das nicht. Und deshalb wundere ich mich auch nicht, wenn ich sehe, wie schnell viele daran kaputtgehen.

Ich habe seit gestern eine Auszeit, und zwar bis zum 6. September. Vielleicht fahre ich spontan weg, vielleicht liege ich auch nur den ganzen Tag auf dem Balkon. Ich plane nichts.

Dienstag, 14. August 2007

Fussball

Heute war mal wieder Straßen-Tag. Eigentlich würde der auch noch eine Weile gehen, aber ich fühle mich nicht so wohl und habe deshalb schon früh Schluss gemacht. Für ein seltsames Erlebnis hat es trotzdem gereicht. Ich verstehe ja, wenn WM ist oder Pokalfinale oder einfach nur Samstag. Aber heute war soweit ich weiss nichts dergleichen. Trotzdem gab mein Geschäftspartner statt der sonst üblichen Geräusche ständig ein gepresstes "Borussia!" von sich. Sehr irritierend.

Dienstag, 31. Juli 2007

Kücken

Heute bin ich nicht so gut drauf.

Auf der Strasse ist die Konkurrenz zwar gnadenlos, trotzdem gibt es auch so etwas wie Freundschaft untereinander. Nicht in grossem Maßstab, aber eben so ein, zwei Mädchen sind da, mit denen man öfters quatscht und denen man auch mal ein paar Pommes mitbringt. Eine von denen, die ich wirklich mag ist Kücken. Sie ist 19, sieht aber aus, als wäre sie grad 15 geworden. Deswegen ihr Spitzname. Sie hat die Fähigkeit, einen immer aufzuheitern und ist eine ehrliche Haut. Also insgesamt etwas, was es hier eigentlich gar nicht geben dürfte.

Heute war sie nicht da, obwohl der Montagabend einer ihrer festen Tage ist. Von einer Kollegin erfuhr ich dann schliesslich warum. Sie ist gestern zu dem Falschen ins Auto gestiegen. Man hat sie zusammengeschlagen und mehrmals vergewaltigt in einem Park gefunden. Sogar sämtliche Kleidungsstücke und ihre Handtasche hat man ihr weggenommen. Gesehen hat natürlich niemand was und das Kennzeichen hat sich auch keiner gemerkt. Jetzt liegt sie im Krankenhaus und die körperlichen Wunden werden wohl irgendwann verheilen. Aber ich bezweifle, dass ich ihr Lächeln sobald wiedersehen kann.

Berufsrisiko.

Samstag, 21. Juli 2007

Service II

Ich bin nicht zimperlich und mache vieles mit. Aber die Aufforderung, mit einer Salami zu masturbieren, habe ich sehr deutlich abgelehnt. Lebensmittel sind zum Essen da und für nichts anderes. Sorry, da ist bei mir eine Grenze. Dass der Freier dann pampig wurde, überzeugte mich auch nicht. Irgendwo ist Schluss.

Montag, 16. Juli 2007

Neue Woche, neuer Morgen

Noch so leer das alles hier, da will ich einfach mal der Welt einen Guten Morgen wünschen.

Ich gebe ja zu, ich bin eine absolute Langschläferin. Geht auch gar nicht anders, wenn man eben vorwiegend in den Abendstunden tätig ist. Das Problem sind meine zwei Mitbewohnerinnen. Mitbewohnerin 1 hat heute um 7 Uhr die Wohnung in Festbeleuchtung versetzt und ist nicht gerade geräuscharm in die neue Woche gestartet. Als ich dann gerade wieder eingeschlafen bin, begann Mitbewohnerin 2, eine Wellensittich-Dame, zu schnattern und schimpfen und so kommt es, dass ich nun recht unausgeschlafen hier sitze und mich am Kaffee festhalte.

Aber hilft ja nichts, jetzt geht es unter die Dusche und dann kommt das Pflegeprogramm und dann bin ich auch wieder bereit für die Welt :-)

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Augen zu und durch!

Hallo liebe Onlinewelt!

Ich habe nicht soviel Ahnung vom Bloggen und wie alles so funktioniert, aber ich will es einfach mal wagen. Vor allem, weil ich im Internet viele verschiedene Blogs zu allen Themen gefunden habe, aber keins, was meinen Alltag zeigt. Ich bin nämlich das, was man allgemein eine Hure nennt und ich bin es gern, auch wenn es natürlich viele Schattenseiten in dem Gewerbe gibt.

Ich will mich kurz vorstellen:
Ich heisse Melanie und bin 24 Jahre alt. Um Klischees gleichmal vorzubeugen, ich habe Abi und der Durchschnitt war nicht übel. Ich lese auch gern was Anspruchsvolles und gehe auch mal ins Theater. Und mit Drogen habe ich nicht viel am Hut. Sonst passiert in meiner Freizeit nichts ungewöhnliches - ich gehe ins Kino, fahre am Wochenende baden oder gehe in die Stadt zum Shoppen. Beruflich mache ich Haus- und Hotelbesuche, ab und an stehe ich aber auch ganz klassisch an der Strasse. Ich habe keinen Zuhälter und zahle meine Steuern.

Einige meiner Freunde wissen, womit ich meine Brötchen verdiene, aber meine Familie nicht. Weil die aber auch einen Computer bedienen können, möchte ich hier keine weiteren Details von mir nennen.

Soviel zum Start, ich werde mich bemühen, interessant zu schreiben und einen Einblick in meinen Alltag zu geben. Über Kommentare würde ich mich freuen und über nette Mails auch.

Eure Melli

Neues vom Streetgirl

Der Alltag eines Freudenmädchens

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